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  Zuletzt aktualisiert:
  29.12.2003
 
Archiv / Datenbank Malawi
Kinder und Jugendliche in Haft
- 29.09.2000 -

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Sexueller Mißbrauch minderjähriger Häftlinge
Minderjährige Häftlinge werden in den Gefängnissen Malawis häufig Opfer von sexuellen Mißbrauch durch ältere Mitgefangene. Aufsichtsbeamte schmuggeln die Jugendlichen gegen Bestechung in den Erwachsenentrakt der Gefängnisse.


amnesty international fordert von den Verantwortlichen
daß Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt in malawischen Gefängnissen unterbunden werden, da sie eine Form der Folter darstellen;
daß sämtliche Vorwürfe über sexuellen Mißbrauch an inhaftierten Personen von unabhängiger Seite zügig und umfassend untersucht werden;
daß die Opfer sexueller Gewalt im Gewahrsam der Behörden angemessene Fürsorge und Wiedergutmachung erhalten, beispielsweise in Form einer hinreichenden Entschädigung und medizinischer Versorgung;
daß Kinder im Gewahrsam stets von erwachsenen Gefangenen getrennt untergebracht sind, es sei denn, es erweist sich ein anderes Vorgehen als dem Wohle des Kindes zuträglich;
daß sämtliche Insassen von Hafteinrichtungen über ihre Rechte, nicht sexuell mißbraucht zu werden und im Falle sexueller Übergriffe Anzeige zu erstatten, in Kenntnis gesetzt werden;
daß Insassen und Personal, die Übergriffe melden, vor Vergeltungsakten geschützt werden.



UN Kinder- Konvention


Link zum englischen Originalbericht
Original- bericht von ai - London
Unmenschliche Haftbedingungen für Kinder und Jugendliche
Ein erwachsener Gefangener hat amnesty international geschildert, was in den überfüllten Gefängnissen in Malawi an der Tagesordnung ist - Sexgewerbe mit Jungen. Sie werden von älteren Insassen mißbraucht oder in die Prostitution gezwungen.

Die Vergewaltigung dieser Jungen stellt eine Form der Folter dar. Und die Gefängniswärter fördern die Gewalt, statt ihr ein Ende zu setzen. Für ein Bestechungsgeld von umgerechnet etwa 60 Pfennig schmuggeln sie die Jungen in den Erwachsenentrakt.

Seuchen und Krankheiten
In zwei Gefängnissen Malawis leidet annähernd jeder Insasse unter 18 Jahren an analen Abzessen. Das HIV-Virus und AIDS sind weit verbreitet, und es wird kaum etwas getan, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern oder bereits infizierte Patienten medizinisch zu behandeln.

Das Zentralgefängnis in Zomba
Im Zentralgefängnis von Zomba, dem größten von Malawi, sind bis zu 120 Jungen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren inhaftiert. Einige befinden sich in Untersuchungshaft, andere verbüßen Haftstrafen, die schon wegen Bagatelldelikten wie Mundraub verhängt werden. Die Jungen stammen aus allen Landesteilen, und einige von ihnen haben keine Angehörigen in der Umgebung, die sich um sie kümmern könnten.

Untersuchung durch PRI
Die Organisation Penal Reform International (PRI) kam in einer Untersuchung über HIV und AIDS in malawischen Gefängnissen zu dem Ergebnis, daß die erbärmlichen Bedingungen und der Mangel an Schutz dazu führen, daß die Jungen Übergriffen durch Erwachsene - beispielsweise sexueller Gewalt - wehrlos ausgeliefert sind. In einem Land, im dem Homosexualität illegal ist, leugnen die Gefängnisbehörden schon die bloße Vermutung, daß es in ihren Vollzugsanstalten zu sexuellen Gewaltakten kommt.

UN - Konvention
Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes verpflichtet alle Vertragsstaaten, straffällig gewordene Kinder getrennt von Erwachsenen in Haft zu halten (Art. 37). Es ist zwar davon auszugehen, daß in den Gefängnissen Malawis Jungen von erwachsenen Gefängnisinsassen getrennt untergebracht sind, aber sie kommen dennoch in Kontakt miteinander. Im Gefängnis von Zomba beispielsweise werden Jungen gewöhnlich über das Krankenhaus in den Trakt geschmuggelt, in dem die Erwachsenen einsitzen.

Korruption und Bestechung
"Ein erwachsener Insasse spricht einen Gefängnisbeamten an, gibt ihm etwas Geld und fragt, ob man ihm dafür einen Jungen besorgen kann", heißt es in dem PRI-Bericht. "Man muß wissen, das einige Insassen verglichen mit den Gefängniswärtern reich sind. Der Wärter schmuggelt dann einen Jungen aus dem Trakt für Jugendliche in den der erwachsenen Gefangenen. Sind die Jungen einmal dort, kann man sie monatelang verstecken, und der Mann, der für sie bezahlt hat, vermietet sie schließlich auch an Mitgefangene."

Kampagne von 1998
1998 hatte ai die Weltöffentlichkeit über 180 in Zomba inhaftierte straffällige Kinder informiert und dadurch die Behörden bewogen, in Zusammenarbeit mit der PRI die Fälle der Insassen im Jugendtrakt des Gefängnisses zu überprüfen. Bis Mai 99 hatten sämtliche Insassen unter 18 Jahren das Gefängnis verlassen. Da jedoch nach wie vor kein langfristig angelegtes Programm für eine Strukturreform der Gefängnisse existiert, ist die Zahl der in Zomba inhaftierten Kinder wieder angestiegen.

Link zum englschen Originalbericht
Englischer Original - bericht
HIV und AIDS
Wie es heißt, sind die Gefängnisse in Malawi ein Nährboden, auf dem sich das HIV-Virus und AIDS nahezu ungehindert ausbreiten können. Von den im Jahre 97 aus malawischen Gefängnissen gemeldeten Todesfällen wurden 40% einer AIDS-Erkrankung zugeschrieben. 1998 waren in einem Zeitraum von sechs Monaten 49% aller medizinisch untersuchten Insassen HIV-positiv oder bereits an AIDS erkrankt. Die Gefangenen selbst sind überzeugt, daß unzureichende Ernährung und schlechte Lebensbedingungen im Gefängnis dazu führen, daß erkrankte Insassen weit schneller den Tod finden.

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