Malawi-Kogruppe
Startseite
Impressum
Kontakt
Wir über uns
Erfolge
Was Sie tun können
Jahresberichte
Infomaterialien
Archiv
Links



  Zuletzt aktualisiert:
  11.10.2006
 
Jahresberichte von amnesty international
Jahresbericht 2006
Berichtszeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2005

StartseiteInhaltsverzeichnisImpressum Kontakt
Bericht 201211100908070605040302019897969594939291908988

Im Berichtszeitraum herrschte in Malawi mit steigender Tendenz akute Nahrungsmittelknappheit.
Die Haftbedingungen gaben weiterhin Anlass zu großer Sorge. Vereinzelt wurden Angriffe auf das Recht auf freie Meinungsäußerung gemeldet. Die Regierung nahm Untersuchungen hinsichtlich der Kinderprostitution auf.

Hintergrundinformationen
Nach einer Spaltung innerhalb der regierenden Vereinigten Demokratischen Front (United Democratic Front – UDF) trat Staatspräsident Mutharika aus der UDF aus und gründete die Demokratische Fortschrittspartei (Democratic Progressive Party – DPP). Oppositionsparteien wurden in diesen Konflikt mit hineingezogen, was die Regierung und die Legislative davon abhielt, sich mit dringlichen Aufgaben wie der herrschenden Hungersnot im Land zu beschäftigen. Die Spannungen gipfelten im Oktober in Bestrebungen, den Staatspräsidenten seines Amts zu entheben, was jedoch scheiterte. Die wachsende politische Instabilität hatte offenbar zur Folge, dass verschärft gegen Regierungskritiker vorgegangen wurde.

Amfliche Bezeichnung:
Republik Malawi
Staats- und Regierungschef:
Bingu wa Mutharika
Todesstrafe:
nicht abgeschafftt
Statut des Internationalen Strafgerichtshof:
ratifiziert
UN-Frauenrechts- konvention:
ratifiziert
Zusatzprotokoll zur Frauenrechts- konvention:
unterzeichnet
Übergriffe der Polizei
Es trafen Berichte über Folterungen und Misshandlungen von Straftatverdächtigen in Polizeigewahrsam ein.
Am 6. Juni starb der zwölfjährige Mabvuto Bakali, den man unter Diebstahlsverdacht festgenommen hatte, nach brutalen Schlägen auf der Polizeistation von Ngabu. Als Dorfbewohner die Polizei zur Rede stellen wollten, wurden sie unter Einsatz scharfer Munition auseinander getrieben. Dabei wurde der 16 Jahre alte Anock Sande getötet. Eine polizeiliche Untersuchung der beiden Todesfälle war zum Jahresende noch nicht abgeschlossen.
Die Ordnungskräfte nahmen Kritiker aus dem engsten Personenkreis des Staatspräsidenten fest.
Im Oktober wurden Parlamentsabgeordnete, die an dem Versuch der Amtsenthebung maßgeblich beteiligt gewesen waren, wegen Urkundenfälschung verhaftet. Der Präsident bezeichnete die Festnahmen als eine "Retourkutsche".

Haftbedingungen
Die Haftbedingungen in den Gefängnissen waren nach wie vor in hohem Maße besorgniserregend. Laut offiziellen Angaben starben im Durchschnitt jeden Monat mehr als 14 der landesweit rund 9700 Gefangenen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) ging in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara von monatlich über 15 Todesfällen pro 10 000 Gefangenen aus und forderte dringend Gegenmaßnahmen. Zahlreiche Todesfälle, von denen viele auf HIV-Infektionen zurückzuführen waren, wären vermeidbar oder heilbar gewesen. Überbelegung, ungenügende Ernährung und miserable sanitäre Einrichtungen verschlimmerten den Zustand der an AIDS und anderen Krankheiten leidenden Gefangenen. Die Strafvollzugsbehörden hatten nach wie vor mit sehr großen finanziellen Engpässen zu kämpfen.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung
Im März wurden in Blantyre zwei Journalisten in Zusammenhang mit einem Artikel über die Angst des Staatspräsidenten vor Geistern festgenommen, der in der Zeitung The Nation erschienen und vom britischen Rundfunksender BBC World Service aufgegriffen worden war. Die Behörden brachten beide Reporter in die Hauptstadt Lilongwe und ließen sie auf Anordnung des Polizeichefs zwei Tage später ohne Anklageerhebung wieder frei.

Frauenrechte
Kinderprostitution war nach wie vor weit verbreitet. Mädchen, darunter viele jünger als 13 Jahre, dem in Malawi einwilligungsfähigen Alter, wurden ihren Eltern oftmals für nicht mehr als drei US-Dollar mit dem Versprechen "abgekauft", eine Anstellung als Bedienung zu bekommen, um in Wahrheit in Bordellen zur Prostitution gezwungen zu werden. Das Ministerium für Geschlechter- und Kinderangelegenheiten leitete diesbezüglich eine Untersuchung ein.

Recht auf Nahrung
Nach einer verheerenden Missernte drohte in Malawi eine Hungerkatastrophe. Trotz wiederholter Warnungen des Welternährungsprogramms vor einer bevorstehenden Nahrungsmittelkrise reichten die zum Jahresende gegebenen Zusagen des Auslands auf Lebensmittelhilfe bei weitem nicht aus. Vertreter der Zivilgesellschaft und religiöser Gruppen kritisierten, dass aufgrund des anhaltenden politischen Streits zwischen der UDF und der Partei von Präsident Mutharika der Hungersnot nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt und nicht die notwendigen Mittel zu ihrer Bekämpfung bereitgestellt wurden.

Bestellen
Den Jahresbericht bestellen

Link
Zum englischen Originalbericht
[Zurück zum Seitenanfang]

So erreichen Sie uns:
AMNESTY INTERNATIONAL, KOORDINATIONSGRUPPE MALAWI
e-mail: info@amnesty-malawi.de

Wenn Sie uns finanziell unterstützen wollen:
Kto.Nr. 80 90 100, BfS Köln, BLZ 370 205 00
(Bitte Verwendungszweck "Gruppe 2036" angeben)
[Spendenformular]   [Formular Mitgliedschaft]